Man ſieht ihm ſchon an ſeinen Augen an, daß er ein falſcher, verlogener Menſch iſt. Der Lehrer ruft einen anderen Schüler auf. Er heißt Fritz Müller und iſt der beſte in der ganzen Klaſſe. Fritz geht zur Tafel hinaus und erklärt:

„Die Juden ſind meiſtens klein bis mittelgroß. Sie haben kurze Beine. Auch ihre Arme ſind häufig ſehr kurz. Viele Juden haben auch krumme Beine und Plattfüße. Sie haben oft eine niedrige, ſchiefe Stirne. Man ſagt dazu „fliehende“ Stirne. Viele Verbrecher haben ſo eine Stirne. Auch die Juden ſind Verbrecher. Ihre Haare ſind meiſtens dunkel und oft gekräuſelt wie beim Neger. Ihre Ohren ſind ſehr groß und ſehen aus wie der Henkel einer Kaffeetaſſe.“

Der Lehrer wendet ſich an die Schüler.

„Paßt mal auf, Kinder! Warum ſagt denn der Fritz immer: ‚viele Juden haben krumme Beine — oft haben ſie eine fliehende Stirne“ — , meiſtens ſind ihre Haare dunkel?“

Nun meldet ſich der Heinrich Schmidt, ein großer, kräftiger Junge in der letzten Bankreihe, zu Worte.

„Nicht jeder Jude hat dieſe Kennzeichen. Mancher hat keinen richtigen Juden⸗ ſechſer, dafür aber richtige Judenohren. Mancher hat keine Plattfüße, dafür aber rich⸗ tige Judenaugen. Es kommt vor, daß mancher Jude auf den erſten Blick überhaupt nicht als Jude zu erkennen iſt. Mitunter gibt es ſogar Juden mit blonden Haaren. Wenn wir die Juden mit Sicherheit von den Nichtjuden auseinanderkennen wollen, dann müſſen wir ſchon genau hinſchauen. Aber wenn man gut aufpaßt, dann merkt man ſofort, ob man es mit einem Juden zu tun hat.“

„Sehr gut!“ lobt der Lehrer. „Und nun erzählt mir noch von den anderen Kennzeichen, an denen man einen Juden von einem Nichtjuden unterſcheiden kann. Richard, komm du mal heraus!“ Der Richard Krauſe, ein lachender, blonder Junge, geht zur Tafel. Und dann legt er los: „Man erkennt den Juden auch an ſeinen Bewegungen und Gebärden. Der Jude wiegt mit dem Kopf hin und her. Sein Gang iſt ſchleppend und unſicher. Wenn der Jude ſpricht, dann fuchtelt er mit den Händen herum. Man ſagt dazu, er, mauſchelt“. Seine Stimme ſchnappt oft über. Der Jude redet faſt immer etwas durch die Naſe. Oft hat der Jude auch einen widerlichen, ſüßlichen Geruch. Wer eine feine Naſe hat, kann den Juden ſogar riechen.“