Die Gerichtsverhandlung iſt vorüber. Langſam geht Frau Eckert aus dem Gerichtshaus. Am Ausgang trifft ſie zufällig die Frau Kraus. Die beiden Frauen blicken ſich lange an. Und dann gehen ſie aufeinander zu und reichen ſich die Hände.

„Das hätten wir uns erſparen können“, meint Frau Kraus.

„Ja“, ſagt Frau Eckert, „wir hätten nicht ſtreiten ſollen. Die Betrogenen ſind nun wir beide. Und das Geld haben die Judenrechtsanwälte verdient.“

Die Frau Kraus hat Tränen in den Augen. Dennoch lächelt ſie.

„Liebe Frau Eckert, wir wollen uns das, was wir erlebt haben, immer zur Warnung ſein laſſen. Wir wollen nicht mehr ſtreiten. Vor allem aber wollen wir nie mehr zu Judenrechtsanwälten gehen. Sie bringen uns um unſer ganzes Hab und Gut.“ Frau Eckert nickt.

„Ja, liebe Frau Kraus, wir wollen wieder gut zueinander ſein. Und wir wollen unſer ganzes Leben an den Spruch denken:

Es läßt den Judenrechtsanwalt

Das Rechtsempfinden völlig kalt.

Er geht nur deshalb vor Gericht, Weil er ſich dort viel Geld verſpricht.

Ob nun die Braven und die Guten Sich ſelbſt zerfleiſchen und verbluten, Das läßt den Juden völlig kalt. Geh nie zum Judenrechtsanwalt!“