muͤſſen bitten / fur jre Suͤnd. Das heiſſt / Kein Heilige hellt Gottes gebot. Halten es die Heiligen nicht / Wie werdens die Gottloſen / Vngleubigen / boͤſen halten? Abermal Pſal. 43. O HErr Gott / gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht / Denn fur dir iſt kein lebendig Menſch gerecht. Das iſt / ja auch dendlich gnug geredt / das auch die Heiligen Diener Gottes nicht gerecht ſind fur Gott / wo er nicht ſein Gericht weg thut / vnd mit gnaden gegen ſie handelt / Das iſt / ſie halten ſeine Gebot nicht / vnd duͤrffen vergebung der ſunden.

Die zu gehoͤrt nu ein Man / des wir hierin genieſſen / der fur vns vnſer Sunde tregt / wie Eſaias liij. ſagt / Der HErr hat vnſer aller ſunde auff jnen gelegt. Ja das heiſſt recht ver⸗ ſtehen / Was Gottes gebot ſey / vnd wie man ſie halten muͤſſe / Nemlich / wenn wir wiſſen / erkennen / ja auch fuͤlen / das wir ſie haben vnd nicht halten noch halten koͤnnen / derhalben fur Gott arme Sunder vnd ſchuͤldig ſein muͤſſen / Vnd allein aus bloſer Gnade vnd Barmhertzigkeit / ſolcher ſchuld vnd vngehor⸗ ſam vergebung erlangen / durch den Man / auff welchen Gott ſolche Sund gelegt hat. Die von reden vnd leren wir Chriſten / Solchs reden vnd leren vns die Propheten vnd Apo⸗

ſteln. Vnd dieſe ſinds / die vnſers Herrn Gott Braut