Der Giftpilz
Der kleine Franz iſt mit ſeiner Mutter zum Pilzeſuchen in den Wald gegangen. Franz, der ſonſt ein ſtiller Junge iſt, iſt heute wie umgewandelt. Lachend hüpft er über Büſche und Gräben und jauchzt in tollem Übermut.
Beglückt ſchaut ihm die Mutter zu und freut ſich über den Frohſinn ihres Kindes. Dann aber tadelt ſie:
„Ja, was iſt denn, Franz? Ich hab' meinen Korb ſchon ganz voll. Und du haſt noch nicht einen einzigen Pilz gefunden! Du mußt eben fleißiger ſuchen und mehr auf den Boden ſchauen als in die Luft!“
So mahnt die Mutter.
Franz erſchrickt.
„Du haſt recht, Mutter. Ich hab' das Suchen ganz vergeſſen, ſo ſchön iſt's hier im Wald. Aber jetzt werde ich dafür um ſo fleißiger ſein!“
Nach einer halben Stunde kommt er jubelnd zur Mutter zurück.
„Hurra! Nun hab' ich auch ſo viel Pilze wie du, Mutter!“ ruft er. Und ein bißchen leiſer fügt er hinzu: „Ich glaub' aber, da ſind auch einige — giftige dabei!“
Die Mutter lächelt.
„Das kann ich mir denken! Aber das iſt ja nicht ſchlimm. Wir werden eben die giftigen Pilze herausſuchen und fortwerfen.“
Franz nimmt einen Pilz aus ſeinem Korbe.
„Du, Mutter, dieſer Pilz will mir gar nicht gefallen. Der iſt ſicher giftig!“
Die Mutter nickt.
„Da haſt du recht! Das iſt ein Satanspilz. Er iſt ſehr giftig. Man kennt ihn gleich an ſeiner Farbe und ſeinem ſcheußlichen Geruch.“
Franz wirft den Giftpilz zu Boden und zertritt ihn. Dann nimmt er einen anderen Pilz aus ſeinem Korb. Er iſt groß, hat einen langen, weißgrauen Stiel und einen breiten roten Hut mit vielen weißen Tupfen.