„Du, Mutter, dieſem Pilz trau' ich auch nicht. Der hat mir eine viel zu grelle Farbe. Der iſt ſicher auch giftig!“
„Das will ich glauben“, beſtätigt die Mutter, „es iſt ein Fliegenpilz. Weg mit ihm!“ Dann bringt Franz gleich zwei Pilze zum Vorſchein.
„Aber dieſe beiden ſind nicht giftig. Die kenne ich. Der eine iſt ein Steinpilz und der andere ein Champignon. Die kann man eſſen. Sie ſchmecken ſogar ſehr gut.“
Die Mutter betrachtet die Pilze ganz genau.
„Stimmt! Die zwei nehmen wir mit heim.“
Und ſie legt die Pilze in ihren Korb.
„Da hab' ich noch einen Champignon!“ ruft Franz und nimmt wieder einen Pilz heraus. Die Mutter erſchrickt. „Um Gottes willen, Franz! Das iſt kein Champignon! Das iſt ein Knollenblätterpilz. Er iſt der ſchlimmſte Giftpilz, den es gibt. Und er iſt doppelt gefährlich, weil man ihn ſehr leicht verwechſeln kann.“
Die Mutter greift nach dem Korbe ihres Kindes und nimmt die Pilze einzeln heraus. „Das iſt ein Pfifferling, der iſt eßbar. Aber dieſer da, iſt ein Schwefelkopf. Der iſt giftig. Weg damit! Und das iſt eine Rotkappe. Die kann man eſſen. Aber der andere Pilz iſt ein giftiger Reizker. Den dürfen wir nicht mit heimnehmen.“
So erklärt die Mutter ihrem Kinde die verſchiedenen Pilze.
Dann aber nehmen die beiden ihre Körbe wieder zur Hand und machen ſich langſam auf den Heimweg.
Unterwegs ſagt die Mutter:
„Schau, Franz, genau ſo, wie es bei den Pilzen im Walde iſt, ſo iſt es bei den Menſchen auf der Erde. Es gibt gute Pilze und es gibt gute Menſchen. Es gibt giftige, alſo ſchlechte Pilze, und es gibt ſchlechte Menſchen. Und vor dieſen ſchlechten Menſchen muß man ſich ebenſo in acht nehmen wie vor Giftpilzen. Verſtehſt du das?“
„Ja, Mutter, das verſtehe ich“, ſagt der Franz, „wenn man ſich mit ſchlechten Menſchen einläßt, ſo kann das ein Unglück geben, wie wenn man einen Giftpilz ißt. Man kann daran zugrunde gehen!“
„Und weißt du auch, wer nun dieſe ſchlechten Menſchen, dieſe Giftpilze der Menſchheit ſind?“ fragt die Mutter weiter.
Franz wirft ſich ſtolz in die Bruſt.