Was Hans und Elſe mit einem fremden Manne erlebten
Hans und Elſe ſind Geſchwiſter. Man ſieht's ihnen eigentlich gar nicht an. Hans hat braune Haare wie der Vater. Elſe aber iſt hellblond wie die Mutter. Auch ſonſt ſind die beiden ſehr verſchieden. Elſe ſpielt gerne mit Puppen und ißt noch lieber ſüße Bonbons. Na, ſie iſt eben ein Mädel! Der Hans aber iſt ein richtiger Bub. Er ſpielt Fußball mit Blechbüchſen auf der Straße. Noch lieber aber tut er reiten. Reiten auf einem richtigen Pferd! Erſt neulich hat ihn der Kutſcher vom Nachbarhaus auf ſeinen Schimmel ge⸗ ſetzt. Oh, war das fein! Und damit der Hans ein richtiger Reiter iſt, hat er ſich aus einem Tannenzweig eine Reitpeitſche gemacht. Die Leute ſagen zwar, es wäre eher ein Stock für einen Gänſehirten als eine Reitpeitſche. Aber das macht nichts. Die Hauptſache iſt, daß ſie dem Hans gefällt.
Früher iſt Hans oft mit ſeiner Schweſter ſpazierengegangen. Seit ein paar Wochen aber tut er es nicht mehr. Sein Freund Michel hatte nämlich geſagt:
„Wenn du immer mit deiner Schweſter herumläufſt, dann biſt du kein richtiger Bub, ſondern ein Mädchenſchmecker. Und mit einem Mädchenſchmecker wollen wir nichts zu tun haben!“
Das hatte der Michel geſagt. Zuerſt hatte der Hans eine furchtbare Wut auf den Michel. Dann aber ſagte er ſich:
„Der Michel hat eigentlich recht. Jawohl! Die Buben gehören zuſammen. Und ſo ein Mädchen kann ja auch nicht Fußball ſpielen und auf einem echten Schimmel reiten. Na alſo!“
Eine ganze Woche hatte Hans ſeine Schweſter nicht mehr angeſchaut. Aber ſeit geſtern ſieht man ihn wieder öfter mit ihr zuſammen. Und das hat ſeinen beſonderen Grund. Elſe hatte nämlich auf einmal ſo viele — Bonbons. Und die ſchmeckten dem Hans auch, obwohl er ein Bub war.
„Wo haſt du die Bonbons her?“ fragte er ſeine Schweſter.
Elſe tat ganz geheimnisvoll.