„Lieber Hans! Du biſt ein tüchtiger, braver Bub! Wenn du nicht geweſen wärſt, dann hätten wir den Juden nicht erwiſcht, den wir ſchon ſo lange ſuchen. Dieſer Jude hat nämlich ſchon viele Kinder mitgenommen. Wenn du mit deiner Schweſter mitgegangen waͤrſt, vielleicht wäret ihr heute alle beide unglücklich für euer ganzes Leben oder gar — tot!“ Hans verſtand, was der Polizeirat ſagen wollte. Und er war ſtolz auf das Lob. Wenn ein Polizeirat ſo etwas ſagte, dann mußte es ſchon wahr ſein. Als er wieder allein mit den Eltern war, da zog die Mutter lachend eine Tafel Schokolade aus ihrer Taſche. „Hans, mein lieber Hans, die ſchenk' ich dir. Von der Mutter darfſt du ſchon etwas annehmen!“
Hans machte einen Freudenſprung und wollte nach der Schokolade greifen. Aber die Mutter wehrte ab. „Nur Geduld, mein Junge! Zuerſt will ich dir noch einen Spruch ſagen, lieber Hans! Dieſen Spruch muß du auswendig lernen! Und du mußt ihn dir merken dein ganzes
Leben!“
„Wie heißt dieſer Spruch?“ fragte Hans. Die Mutter ſprach:
„Es geht ein Teufel durch das Land, Der Jude iſt's, uns wohl bekannt Als Völkermörder, Raſſenſchänder, Als Kinderſchreck für alle Länder!
Er will die Jugend ſchon verderben, Er will, daß alle Völker ſterben.
Laß dich mit keinem Juden ein,
Dann wirſt du froh und glücklich ſein!“