„Sie haben ganz recht!“ ſagte der Jude. „Wir werden die Frau Eckert beim Gericht an⸗ zeigen. Sie wird beſtimmt verurteilt werden! Verlaſſen Sie ſich drauf!“ Und dann mußte Frau Kraus dem Rechtsanwalt 50 Mark Vorſchuß geben.
„Sie kriegen das Geld ſchon wieder zurück“, ſagte der Silberſtein, „das muß nämlich die Frau Eckert bezahlen und noch viel mehr dazu, weil ſie vom Gericht ſchuldig ge⸗ ſprochen werden wird.“
Um die gleiche Zeit ging Frau Eckert ebenfalls zum Rechtsanwalt, ihre Nachbarin wegen Beleidigung zu verklagen. Der Rechtsanwalt hieß Morgenthau. Er war eben⸗ falls ein Jude.
„Sie haben ganz recht!“ ſagte der Jude, „wir werden die Frau Kraus beim Gericht anzeigen. Sie wird beſtimmt verurteilt werden! Verlaſſen Sie ſich drauf!“ Und dann mußte Frau Eckert dem Rechtsanwalt 50 Mark Vorſchuß geben.
„Sie kriegen das Geld ſchon wieder zurück“, ſagte der Morgenthau, „das muß nämlich die Frau Kraus bezahlen und noch viel mehr dazu, weil ſie vom Gericht ſchuldig ge⸗ ſprochen werden wird!“
Sechs Wochen ſind ſeit dieſem Tag vergangen. Und faſt jede Woche hatten die Frauen einen neuen Vorſchuß an ihre jüdiſchen Rechtsanwälte zahlen müſſen.
Endlich iſt die Verhandlung vor Gericht feſtgeſetzt. Die beiden Frauen ſitzen vor dem Richterſtuhl. Frau Kraus hat auch ihren Willi mitgebracht.
Zuerſt ſpricht der Judenrechtsanwalt Silberſtein. Er ſagt:
„Die Frau Eckert iſt ſchuldig! Sie muß Strafe bezahlen!“
Dann ſpricht der Judenrechtsanwalt Morgenthau. Er ſagt:
„Die Frau Kraus iſt ſchuldig. Sie muß Strafe bezahlen!“
Schließlich fällt das Gericht das Urteil. Es lautet:
„Beide Frauen ſind ſchuldig! Beide müſſen bezahlen!“
Frau Kraus iſt erſchrocken. Und die Frau Eckert auch. Die beiden Judenanwälte aber ſtehen im Gerichtsſaal beiſammen und lachen. Links der Silberſtein und rechts der Morgenthau!
„Na, Herr Kollege Morgenthau, da haben wir beide wieder gemacht ein gutes Geſchäft.“ So ſagt der Silberſtein und reibt ſich dabei die Hände. Der Morgenthau antwortet: „Großartig, Herr Kollege Silberſtein! Nun haben wir die beiden Gojas gebracht um ihr ſchönes Geld, und wir können es ſtecken in unſern Sack!“