Freundlich klopft die Mutter ihrem Kinde auf die Schulter.
„Das iſt ſchön von dir, Liſelotte! Aber glaube mir, Kind, das Geld allein macht nicht glücklich. Ich kenne viele Leute, die trotz ihres Reichtums die ärmſten Menſchen ſind. Sie ſind krank. Krank von dem Wohlleben, krank von dem guten und vielen Eſſen und Trinken, krank von dem — Faulſein. Sie können nicht mehr lachen, weil ſie Angſt haben! Angſt davor, daß einer käme und ihnen den ganzen Reichtum wieder nähme. Angſt davor, daß ſie plötzlich wieder ganz arm ſein müßten. Ja, mein Kind, ich beneide keinen Menſchen um ſein Geld. Und ich weiß auch, daß wir glücklicher ſind als ſo viele Millionäre.“
Liſelotte nickt. Und dann ſagt ſie:
„Sag mal, Mutter, wie kommt das eigentlich, daß gerade die Juden ſo reich geworden ſind? Unſer Lehrer hat uns in der Schule erzählt, daß es heute in der Welt Tauſende von Juden gibt, die Millionäre ſind. Und dabei arbeiten doch die Juden nichts. Arbeiten müſſen nur wir Nichtjuden. Der Jude handelt bloß. Aber vom Handel mit Lumpen, Papier, Knochen, alten Kleidungsſtücken und Möbeln, da kann man doch nicht Millio⸗ när werden!“
„Oh, warum nicht!“ ſagt die Mutter, „gerade mit ſolchen Dingen haben die Juden ſchon oft große Vermögen erworben. Sie haben den notleidenden Nichtjuden um wenige Pfennige ihr ganzes Hab und Gut abgegaunert. Und dann haben ſie die Sachen mit einem rieſigen Gewinn wieder weiterverkauft. Es iſt den Juden ganz gleichgültig, wenn die betrogenen Nichtjuden verhungern. Die Juden kennen kein Mitleid. Sie ſtreben nur nach einem, nach Geld. Wie ſie nun dieſes Geld verdienen, das iſt ihnen einerlei.“
Aufmerkſam hat Liſelotte zugehört. Und wieder fragt ſie:
„Mutter, wie kommt denn das, daß die Juden ſo niederträchtig, ſo rückſichtslos und ſo unſagbar gemein ſein können?“
Die Mutter antwortet:
„Kind, du mußt dir eines merken: Der Jude iſt nicht ein Menſch wie wir. Der Jude iſt ein Teufel. Und ein Teufel kennt keine Ehrlichkeit. Ein Teufel kennt nur die Gemein⸗ heit, kennt nur das Verbrechen. — Liſelotte, du haſt ſchon oft in der Bibel geleſen.