Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

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DIE HEILIGE STADT

Es gibt wohl kaum eine andere Stadt in der Welt, die im gleichen Masse die Verehrung der Menschheit geniesst, wie die kleine Bergstadt Jerusalem in dem kleinen Landstreifen Palästina, der von drei Religionen heilig gesprochen wurde.

Die Rolle, die Jerusalem und Palästina bei den Christen spielt, bedarf hier keiner näheren Erläuterung. Weniger bekannt ist der hohe Rang, den Jerusalem auch innerhalb der islamischen Religion einnimmt. Das geringe Verständnis für die Bedeutung und Heiligkeit, die der Stadt bei den Moslems zugemessen wird, erklärt sich aus den vielen falschen Vorstellungen, die sich der christliche Europäer auch heute noch vom Islam zu machen pflegt. Und diese sind wiederum Nachwirkungen jener tragischen Auseinandersetzungen, in die beide, einander eigentlich so nahen Religionen, im Laufe der Geschichte verwickelt wurden.

Die Kreuzzüge, die das Christentum des Westens zum ersten Mal in engere Berührung mit dem Kerngebiet des Islam brachten, führten unglücklicherweise nicht zu einer besseren Kenntnis des islamischen Gegners, sondern begründeten vielmehr jene verhängnisvolle Entfremdung und Verfeindung zwischen den Anhängern beider Religionen, die ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen und immer wieder den Vorwand für politische Verwicklungen abgeben, deren wirklicher Grund nur sehr wenig mit Religion zu tun hat.

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English
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THE HOLY CITY

There is probably scarcely another city in the world that enjoys humanity's reverence to the same degree as the small hill town of Jerusalem in the narrow strip of land called Palestine, which three religions have declared sacred.

The role that Jerusalem and Palestine play among Christians needs no further explanation here. Less well known is the high rank Jerusalem also holds within the Islamic religion. The limited understanding of the significance and sanctity Muslims attribute to the city is explained by the many mistaken ideas that the Christian European still habitually forms about Islam today. These, in turn, are the aftereffects of those tragic confrontations in which the two religions, actually so close to one another, became embroiled over the course of history.

The Crusades, which first brought Western Christianity into closer contact with Islam's heartland, unfortunately did not lead to a better understanding of the Islamic adversary. Instead, they established that fateful estrangement and hostility between the adherents of the two religions which cast their shadows into the present and repeatedly furnish the pretext for political entanglements whose real cause has very little to do with religion.

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