zu räumen. Daher wollte er der Verehrung, ja Vergottung der Heiligen ein Ende machen und liess deren Bilder oder Bildwerke aus den christlichen Kirchen entfernen. Es war die Annäherung an die Idee von der unbedingten Einheit der Gottheit, auf der Mohammeds Reform beruht, schreibt Ranke."
Es sei noch eines dritten Versuches der Verständigung zwischen christlicher und islamischer Welt gedacht, der auf die reizvolle und eigenartige Persönlichkeit des grossen Staufenkaisers Friedrich II. zurückgeht, der durch sein tiefes Verständnis für die Werte des Islam aus seiner Zeit herausragt. Am Ende der Periode der Kreuzzüge erreicht er, was vordem den Waffen nicht dauernd gelungen war: durch einen freiwilligen Vertrag wurde ihm auf zehn Jahre Jerusalem mit Ausnahme der heiligen Plätze des Islam und dazu eine schmale Verbindung mit dem Meere überlassen. Die Zwietracht im christlichen Lager — der Papst hatte Friedrich mit dem Bann belegt, und der Kaiser musste sich selbst, ohne priesterlichen Beistand, in der Grabeskirche krönen — machte dauernde Fortschritte auf diesem Wege der Verständigung von vornherein unmöglich. Immerhin zeigt dieser Vertrag den Respekt der Moslems, sogar nach einer so langen Periode erbitterten Ringens, vor den religiösen Bindungen der Christenheit an Jerusalem. Das gleiche Verständnis hatten die Moslems bewiesen, als sie der Stadt nach ihrer Kapitulation im Jahre 638 die denkbar mildeste Behandlung zuteil werden liessen. Wie wenig diese Toleranz der Moslems auf der Gegenseite verstanden wurde, hatte die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer bewiesen. „Die Franken feierten ihre Einnahme Jerusalems mit einem furchtbaren Gemetzel,