besonders auf dem Tempelplatze, in scharfem Gegensatz zu dem schonenden Auftreten Omars, nachdem er Herr über die Stadt geworden war.... Die Periode der Kreuzzüge gehört zu den unerquicklichsten Partien der Geschichte der Christenheit. Ihr kläglicher Ausgang steht in schneidendem Gegensatz zu der anfänglichen grossen Begeisterung, und selbst über diese wirft das unmenschliche Blutvergiessen bei der Einnahme Jerusalems einen tiefen Schatten", heisst es im Handwörterbuch des Islam.
Wir sehen auch an diesem Beispiel, wie sehr der Islam, in seiner Periode der Ausbreitung wie auch der äussersten Verteidigung, seine Bereitschaft bewahrte, sich mit der Christenheit auf einer gemeinsamen Grundlage zu verständigen, und wie auch auf der anderen Seite immer wieder die Notwendigkeit und Möglichkeit einer solchen Verständigung erkannt wurde. Erst als das Abendland seine inneren Konflikte auf dem Boden und auf Kosten des islamischen Reiches auszutragen begann, wurde zwischen den beiden religiösen Gemeinschaften eine Kluft gerissen, die sich immer wieder erweiterte, sobald das Abendland den Versuch wiederholte, seine imperialistischen Spannungen auf Kosten des Morgenlandes zu lösen.
Das islamische Weltreich wechselte im Laufe seiner Geschichte mehrfach seinen nationalen Charakter, indem jeweils andere Nationalitäten die Führung in ihm übernahmen und dadurch der islamischen Kultur und Zivilisation ihre spezifische, nationale Farbe verliehen, selbstverständlich ohne seinen Grundcharakter zu ändern. Die erste arabische Periode wurde durch eine iranische Periode abgelöst, in der auch der arische Geist seinen charakteristischen Beitrag zur islamischen Kultur