lieferte. Nachdem der Einfall der Mongolen dem materiellen Bestande des islamischen Reichs einen schweren, bis heute besonders in den arabischen Teilen fortwirkenden Vernichtungsschlag versetzt hatte, wurde die iranische Periode durch die türkische, „osmanische" Aera abgelöst. Nach einem neuen, äusserlich erstaunlichen Machtanstieg, der die osmanischen Heere bis vor die Tore Wiens führte, geriet der Nahe Osten in den „toten Winkel des Weltverkehrs".
Diese Entwicklung führte zu einem materiellen Niedergang der islamischen Welt, der auch einen entsprechenden Niedergang des geistigen und kulturellen Lebens nach sich zog und die Anpassung des Islam an die wechselnden Lebensbedingungen erheblich verzögerte.
Die Rückständigkeit der islamischen Länder war eine Folge der Veränderungen, die das neue Europa in der Welt hervorrief und die ihren sprechendsten Ausdruck in den Entdeckungsfahrten eines Christoph Kolumbus fanden. Die geschichtliche Forschung steht heute auf dem Standpunkt, dass die neue Zeit, die durch Europa eingeleitet wurde, in engster, ursächlicher Verbindung mit der Säkularisierung der Kultur, der Emanzipation des Geistes von der Kirche und der Entstehung der Nationalstaaten steht, also letztlich mit einer Umformung des Christentums, die von Heraklius, Leo und Friedrich II. vergeblich versucht worden war.
Die Geschichte des 19. Jahrhunderts wird in der Alten Welt von der sogenannten Orientalischen Frage beherrscht. In Europa wurde das Problem des Orients während des ganzen vergangenen Jahrhunderts gewöhnlich so verstanden, dass der „kranke Mann" am Bosporus eines langsamen, aber sicheren Todes sterbe. Vom