Doch wer luſt hat mit mir vnluſtig zu werden / dem wil ich hiemit dienen / vnd der Juͤden gloſe vber dieſen Spruch anzeigen. Erſtlich die jenigen / ſo nicht vom Text fallen / ſondern bleiben bey dem text / ſonderlich bey dem Chaldeiſchen text / welchen kein vernuͤnff⸗ tiger Juͤde leugnen thar. Dieſe drehen ſich alſo aus / Gottes verheiſſung iſt wol gewis / Aber vnſer ſunde hindern / das nicht geſchehen kund / was verheiſſen iſt / Darumb harren wir noch auff ſeine verheiſſung / bis wir gebuͤſſet haben etc. Iſt dieſe ans flucht nicht faul / ia da⸗ zu leſterlich gnug e gerade als ſtunde Gottes verheiſſung auff vnſer gerechtigkeit / oder fiele mit vnſer ſunde / das iſt / Gott muͤſte ein luͤgener werden vmb vnſer ſunde willen / vnd widerumb warhafftig werden vmb vnſer gerechtigkeit willen. Wie koͤndte man ſchendlicher von Gott reden / denn das er alſo ein wanckend Ahor were / das ſich wegen lieſſe / darnach wir fielen oder auffſtunden ?

Wenn vns Gott nicht ehe ſolt verheiſſen vnd verheiſſung leiſten / denn wir on ſunde we⸗ ren / wurde er von anfang nichts haben koͤn⸗ nen verheiſſen noch leiſten. Denn ſo ſpricht Dauid Pſal. zo. OE RNA wiltu anſehen was ſunde iſt / Wer kan fur dir bleiben? Vnd Pal. oz. Err / Gehe nicht ins Gericht mit deinem

ii Knecht /