Knecht / Denn fur dir iſt kein lebendig Menſch gerecht / vnd der Spruͤche viel mehr. Daher gehoͤret das Exempel der kinder Iſrael in der Wuͤſten / die Gott on jr gerechtigkeit / ia dazu mit jren groſſen ſunden vnd ſchanden / allein vmb ſeiner verheiſſung willen / ins Cand Ca⸗ naan fuͤret / wie Moſes ſagt / Deut. cap. ix. So wiſſe nu / das du nicht vmb deiner gerechtig⸗ keit willen in das Land bracht wirſt / weil du ein hallſtarrig vngehorſam (ich meine das heiſſen ſunde) Volck biſt / Sondern / das der Heck deinen Vetern verheiſſen hat etc. Zu warzeichen / wolt er ſie offt vertilgen / woſHoſes nicht hette fur ſie gebeten / ſo gar feſt ſtund Gottes verheiſſung auff jrer heiligkeit.
Wol iſts war / Wo Gott etwas verheiſſt mit bedingung oder vorbehalt / vnd ſpricht / So du das thun wirſt / ſo wil ich dis thun. Da ſtehet die verheiſſung auff vnſerm thun. Als da er zu Salomo ſagt / Werdet jr meine gebot halten / So ſol dis Haus mein Deilig⸗ thum ſein / Wo nicht / ſo wil ichs zerſtoͤren. Aber ſolcher art iſt dieſe verheiſſung von Meſſia nicht. Denn er ſpricht nicht alſo / Werdet jr dis vnd das thun / ſſo ſol Meſſia komen / Wo nicht / ſo ſol er nicht komen. Sondern frey ſchenckt ers dahin / vnd ſpricht / Meſſia ſol komen vmb
die zeit / wenn der Scepter von Juda weg en wind.