dieser Religion fühlte. Mohammed war, das sollte nicht vergessen werden, ein aufrichtiger Freund der Christen. In der schon genannten Biographie heisst es: „Dass er sich eins fühlte mit dem Christentum und nur Reform wollte, keine neue Lehre, brachte er auch symbolisch zum Ausdruck. Von Anfang an hatte er festgesetzt, dass bei dem täglichen Gebet das Angesicht nach Jerusalem hin zu wenden wäre. Jerusalem war nicht nur das Zion der Juden, sondern auch damals der ideelle Mittelpunkt der Christenheit, also der einen Kirche, die es — da nur ein Gott war — auf der Welt überhaupt geben konnte. Und an einer Stelle des Korans heisst es: Wenn du im Zweifel bist über das, was wir zu dir hinabsandten, so erkundige dich bei jenen, welche die Schrift vor dir lasen.... Bezeichnender vielleicht noch ist, dass er den Sieg des Christentums, nämlich Ostroms über Persien, wünschte und erhoffte. In einer der wenigen Koranstellen, die auf die grossen Zeitereignisse anspielen, heisst es: Die Griechen sind von den Persern überwunden worden, aber in wenigen Jahren werden sie über ihre Feinde siegen. Und dann kommt der charakteristische Nachsatz: An jenem Tage wird Freude herrschen unter den Gläubigen. Es war also die innere Verwandtschaft zwischen Christentum und Islam, die Jerusalem auch den Moslems verehrungswürdig machte. „Charakteristisch ist", schreibt Dagobert von Mikusch, „dass Mohammeds Vorstellungen stets um Jerusalem kreisten, als Ausgangspunkt und Symbol der einen und alleinigen Religion. Und ferner auch, dass er sich mit den prophetischen Vorgängern in Einklang fühlte." Erst später trennt sich zum ersten Mal der Weg
Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina
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of this religion. Muhammad was, it should not be forgotten, a sincere friend of Christians. The biography already mentioned says: “That he felt at one with Christianity and sought only reform, not a new doctrine, he also expressed symbolically. From the beginning he had stipulated that in daily prayer one’s face should be turned toward Jerusalem. Jerusalem was not only the Zion of the Jews but also, at that time, the ideal center of Christendom, and thus of the one Church that could exist in the world at all, since there was only one God. And at one point the Qur’an says: If you are in doubt about what We sent down to you, ask those who read Scripture before you.... Perhaps more significant still is that he wished and hoped for Christianity’s victory, namely that of the Eastern Roman Empire over Persia. One of the few Qur’anic passages that allude to the great events of the time says: The Greeks have been defeated by the Persians, but in a few years they will triumph over their enemies. And then comes the characteristic addendum: On that day joy will reign among the believers.
It was therefore the inner kinship between Christianity and Islam that made Jerusalem venerable to Muslims as well. “It is characteristic,” Dagobert von Mikusch writes, “that Muhammad’s ideas always revolved around Jerusalem as the point of origin and symbol of the one and only religion. And, furthermore, that he felt himself in harmony with his prophetic predecessors.”
Only later did Muhammad’s path separate for the first time