Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

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Mohammeds von dem der Christen, tritt der Islam als eine eigene, besondere Religion neben dem Christentum in Erscheinung, was seinen symbolischen Ausdruck in dem nachfolgenden Wechsel der Gebetsrichtung findet. Nicht mehr nach Jerusalem, sondern nach Mekka wenden sich fortan die Gläubigen im Gebet.

Wenn damit Jerusalem an Bedeutung zurücktritt, so ist es doch für das Verbundenheitsgefühl des Islam mit dem Christentum bezeichnend, dass immer der Zusammenhang mit der „natürlichen Religion" gewahrt bleibt, die nach islamischer Auffassung auch dem Christentum zugrunde liegt.

Es mag auf den ersten Blick abseitig erscheinen, diese religiösen Einrichtungen, die weit mehr als tausend Jahre zurückführen, in einer Biographie des gegenwärtigen Mufti der Stadt Jerusalem anzuführen, aber wir werden sehen, dass diese Dinge, die im modernen Europa gern unterschätzt werden, erst das Verständnis für den Einfluss und die Stellung eines Mannes öffnen, der nicht nur der oberste Richter der Hauptstadt eines orientalischen Kleinstaates, sondern der Hüter einer heiligen Stätte ist, die an Bedeutung kaum hinter der Kaaba in Mekka zurücksteht, über deren — auch politische — Zentralstellung sehr viel weniger Unklarheit zu verzeichnen ist.

Kommt der Kaaba, dem Mittelpunkt der alljährlichen Wallfahrt der Moslems, zweifellos auch eine höhere Rangstellung in religiöser, d. h. innerislamischer Beziehung zu, so muss doch der heiligen Stadt Jerusalem, wenn wir weltpolitische Masstäbe anlegen, gerade heute in viel ausschlaggebenderem Masse die Stellung eines Angelpunktes für die Entfaltung der die Zukunft des Nahen

English
translation

from that of the Christians, and Islam appeared as a distinct, separate religion alongside Christianity, symbolically expressed in the subsequent change in the direction of prayer. From then on, believers turned in prayer no longer toward Jerusalem but toward Mecca.

Although Jerusalem thereby receded in importance, Islam’s sense of connection with Christianity is still shown by the fact that the link with “natural religion,” which according to the Islamic view also underlies Christianity, was always preserved.

At first glance, it may seem beside the point to mention in a biography of the current Mufti of the city of Jerusalem these religious institutions, which date back more than a thousand years. But we will see that these matters, which modern Europe readily underestimates, first open the way to understanding the influence and position of a man who is not only the chief judge of the capital of a small Oriental state, but also the guardian of a holy site that hardly ranks behind the Kaaba in Mecca, whose central position, including its political position, is much less unclear.

Although the Kaaba, the center of the Muslims’ annual pilgrimage, unquestionably holds a higher rank in religious, that is, internal Islamic terms, the holy city of Jerusalem, when judged by world-political standards, must today be assigned, to a far more decisive degree, the position of a pivotal point for the development