Ostens bestimmenden Kräfte zugesprochen werden.
Dieser weltpolitische Vorrang Jerusalems hat verschiedene Ursachen, die in der Folge noch näher erläutert werden müssen. Jedenfalls führen sie dazu, dass der rechtmässige Herr der heiligen Stätten Jerusalems ganz abgesehen von den persönlichen Qualitäten, die er für sein hohes Amt mitbringt — durch die Natur der Verhältnisse zum Vollstrecker einer geschichtlichen Entwicklung wird, die das Gesicht der islamischen Welt ebenso stark zu verändern im Begriff steht wie die Ereignisse, die sich gegenwärtig auf dem Boden Europas vollziehen.
Das kämpferische Leben Sayyid Amin Al-Husseinis, des Grossmufti von Palästina, enthält gewiss alle Elemente eines spannenden Heldenromans, der sich von Kapitel zu Kapitel dramatisch steigert, aber diese epische Grösse seines Lebensschicksals teilt er mit vielen Kämpfern der islamischen und arabischen Freiheitsbewegung der Gegenwart. Was ihm jedoch seine besondere, überragende und überpersönliche Bedeutung verleiht, ist unlöslich verbunden mit seinem Standort innerhalb der viel verkannten und viel verschätzten Wiedergeburt der islamischen Kraft und des arabischen Volkstums, deren Geschichte heute noch nicht geschrieben werden kann.
Um aber die geschichtlichen Vorgänge zu verstehen, deren Zeugen wir alle sind und deren Verlauf von Männern wie Amin Al-Husseini bestimmt wird, müssen wir die Vorgeschichte der gegenwärtigen Entwicklung schildern, auch wenn sie zunächst nur in einem sehr mittelbaren Zusammenhang mit dem Leben und den Handlungen des Grossmufti zu stehen scheint.