DER ISLAM
„Die ganze Welt des Islam ist heute in tiefer Gärung. Von Marokko bis China und von Turkestan bis zum Kongo stürzen sich die 250 Millionen Anhänger des Propheten Mohammed auf neue Ideen, neue Impulse, neue Ziele. Eine gigantische Umwälzung findet statt, deren Ergebnisse die ganze Menschheit berühren müssen." Diese Worte schrieb der Amerikaner Lothrop Stoddard in seinem Buche „The New World of Islam" das im Jahre 1921 erschien. Richard Hartmann, der bekannte Berliner Orientalist, zitiert diese Worte in einer fünf Jahre später erschienenen Broschüre und bemerkt dazu: „Wenn man das heute liest, so wundert man sich höchstens darüber, wie diese Tatsachen bereits 1921, als so viele entscheidende Ereignisse noch erst im Flusse waren, mit solcher Sicherheit erkannt werden konnten, — und es kommt einem zum klaren Bewusstsein, wie sehr wir doch damals in Deutschland praktisch von der Welt abgeschnitten waren; wir ahnten damals kaum etwas von all dem. Heute hat sich Stoddards These vielleicht noch stärker, als er selbst dachte — als richtig erwiesen. Und wenn eben jetzt ein deutscher Gelehrter (H. H. Schaeder in „Weltpolitische Bildungsarbeit an Preuss. Hochschulen, Berlin 1926, S. 102) die vielleicht noch verblüffend wirkende Behauptung ausspricht, dass die neueste politische Entwicklung der asiatischen Völker die innereuropäischen weit hinter sich gelassen habe, so kann man das durchaus unterschreiben."