Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

Page 10

Normalized
transcript

Seitdem diese Sätze geschrieben wurden, sind nochmals Jahre vergangen und haben sie wiederum bestätigt und übertroffen. Es darf sogar gesagt werden, dass — seitdem der neue Weltkrieg den Rahmen Europas überschritten hat — immer deutlicher die Tatsache an den Tag tritt, dass sich die für viele unerwartete Entwicklung, die er seit seinem Ausbruch genommen hat, überhaupt nur aus den Veränderungen erklären lässt, die sich während der vergangenen Jahrzehnte im Orient vollzogen haben. Nur diese Veränderungen können die Schwäche Englands — und zum Teil Amerikas — und die Stärke Japans auf der anderen Seite ausreichend erklären. Sie allein geben auch den Schlüssel für die Rolle des Nahen Ostens, der in diesem Kriege in wachsendem Masse den Charakter eines Entscheidungsfeldes erhält, obwohl er erst in der nächsten Zukunft seinen aktiven Anteil an der welterschütternden Auseinandersetzung nehmen wird.

Diese Feststellung soll nicht den Anteil des deutschen Volkes und insbesondere der deutschen Wehrmacht an der Entwicklung der Dinge verringern, aber es ist wohl selbstverständlich, dass ihr Einsatz ein ganz bestimmtes Kräfteverhältnis in der Welt zur Voraussetzung hatte und noch hat. Wenn heute der Grossmufti seinen Kampf mit dem Grossdeutschlands verbunden hat, so beweist sein Entschluss letztlich nur, dass sich seine eigene weltpolitische Konzeption mit der deutschen deckt, dass also die Voraussetzungen, unter denen Deutschland seinen Kampf begonnen hat, durch das tatsächliche Verhalten der führenden Männer des Ostens bestätigt werden.

Von den umwälzenden Veränderungen, die sich in Asien vollziehen, interessiert uns im Zusammenhang mit

English
translation

Years have passed since these sentences were written, and they have again been confirmed and surpassed. It may even be said that, since the new world war has crossed Europe’s boundaries, it has become increasingly clear that the unexpected course it has taken since its outbreak can be explained only by the changes that took place in the Orient during the past decades. These changes alone can sufficiently explain England’s—and in part America’s—weakness, and Japan’s strength on the other side. They alone also provide the key to the role of the Near East, which in this war is increasingly taking on the character of a field of decision, although it will take an active part in the world-shaking conflict only in the near future.

This assertion is not intended to diminish the part played by the German people, and especially the German Wehrmacht, in the development of events; but it is self-evident that their intervention presupposed, and still presupposes, a particular balance of forces in the world. If today the Grand Mufti has joined his struggle to that of Greater Germany, his decision ultimately proves only that his own world-political conception coincides with Germany’s, and that the premises under which Germany began its struggle are confirmed by the actual conduct of the leading men of the East.

Of the revolutionary changes taking place in Asia, what interests us above all, in connection with the personality of the Grand Mufti, is