Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

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Stelle, „dass in solchen Texten, wenn auch nur dunkel, erkannt wird, dass alle positiven Religionen, einbegriffen der Islam, im letzten Grunde ihres Seins nur zeitgeschichtlich gewordene Gestaltungsformen der bei allen Völkern gleichen Naturreligion sind, der Religion der Gesinnung und des Gewissens. Dass dieser Wesenspunkt des Islam von unserer zünftigen Schulweisheit bisher so völlig verkannt worden ist, hat bei den Moslems verständlicherweise die hellste Empörung und tiefste Verachtung europäischen, vorurteilsgebundenen „Wissens" hervorgerufen."

Nur unter gerechter Berücksichtigung dieses „Wesenspunktes" des Islam lässt sich das strahlende Gebäude der arabisch-islamischen Kultur begreifen, das unter Führung des arabischen Volkes zwischen den zwei äussersten Polen — Poitiers in Südfrankreich, wo die arabische Expansion im Westen zum Stillstand kam, und die Grenze Chinas, an der im gleichen Jahr 732 die arabischen Truppen den östlichsten Punkt ihres Vordringens erreichten — errichtet wurde und für Jahrhunderte den unbestreitbaren Höhepunkt der kulturellen Entwicklung der Menschheit, auch im Hinblick auf die materielle Kultur, darstellte.

Die Entstehung des glanzvollen Reiches der Khalifen ist engstens verbunden mit dem arabischen Volke, aus dessen Mitte Mohammed, der Träger der göttlichen Botschaft, stammte. Diese Leistung sichert dem arabischen Volke auch für die Gegenwart die Achtung, die den schöpferischen Völkern dieser Erde gebührt, selbst dann, wenn es nur eine Leistung der Vergangenheit wäre. Es muss daran erinnert werden, dass sich auch das Christentum des Ostens, auf dessen Kosten das islamische

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place, “that in such texts, even if only dimly, it is recognized that all positive religions, including Islam, are ultimately, in the deepest ground of their being, historically formed expressions of the same natural religion common to all peoples, the religion of conviction and conscience. The fact that this essential point of Islam has been so completely misunderstood by our professional academic wisdom has understandably aroused among Muslims the most intense indignation and deepest contempt for European, prejudice-bound ‘knowledge.’”

Only with due consideration of this “essential point” of Islam can we understand the radiant structure of Arab-Islamic culture. Under the leadership of the Arab people, it was erected between two extreme poles: Poitiers in southern France, where Arab expansion in the West came to a halt, and the border of China, where in the same year, 732, Arab troops reached the easternmost point of their advance. For centuries it represented the indisputable high point of humanity’s cultural development, including material culture.

The emergence of the splendid empire of the caliphs is most closely bound up with the Arab people, from whose midst Mohammed, bearer of the divine message, came. This achievement secures for the Arab people, even in the present, the respect due to the creative peoples of this earth, even if it were only an achievement of the past. It must be remembered that Eastern Christianity too, at whose expense the Islamic