Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

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politischen Gegenwart nicht scharf genug hervorgehoben werden, weil es den Schlüssel für eine Entwicklung gibt, die in Europa nur schwer verstanden wird. Obwohl aus gleichen Wurzeln entspringend, gehen die türkische und die arabische Nationalbewegung sehr verschiedene Wege. Dem europäischen Beschauer bietet sich zunächst ein scheinbar verwirrendes Bild. Er stellt fest, dass sich in der Form des sogenannten Panislamismus, den auch noch die Jungtürken und anfänglich sogar die Kemalisten vertraten, eine religiöse Wiederbelebung der islamischen Welt vollzieht, die allmählich von der aufkommenden nationalen, dem Panislamismus widersprechenden Bewegung durchkreuzt und zersprengt wird. Nach dieser Auffassung müsste die Wiedergeburt des Islam mit der Auflösung und dem Untergang der islamischen Welt enden — eine Erwartung, gegen die wieder, trotz des unbestreitbaren Aufstiegs der orientalischen Nationalbewegungen, zahllose Tatsachen der Erfahrung sprechen.

Der Fehler liegt eben in der mangelnden Kenntnis der inneren Entwicklungen, die ein intimes Vertrautsein mit der Gedankenwelt der beteiligten Völker voraussetzen. Wir müssen die Tatsache verzeichnen, dass die türkische Nationalbewegung ihre Selbstbesinnung auf das Türkentum und die gleichzeitige Aufrollung der religiösen Probleme dazu benutzt, um sich in einem vorher nicht erwarteten Masse vom Islam zu emanzipieren und aus der Gemeinschaft der islamischen Völker herauszulösen während die arabische Nationalbewegung, sehr im Gegensatz zur türkischen, ihre nationale Wiedergeburt unmittelbar mit der Wiederbelebung der ihr arteigenen Religion verbindet. Damit tritt die arabisch sprechende

English
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political present cannot be emphasized sharply enough, because it provides the key to a development that is difficult to understand in Europe. Although they spring from the same roots, the Turkish and Arab national movements take very different paths. The European observer is initially confronted with a seemingly confusing picture. He sees a religious revival of the Islamic world taking place in the form of so-called Pan-Islamism, which was also represented by the Young Turks and at first even by the Kemalists, and which is gradually crossed and shattered by the rising national movement that opposes Pan-Islamism. According to this view, the rebirth of Islam would have to end in the dissolution and downfall of the Islamic world, an expectation contradicted by countless facts of experience despite the undeniable rise of the Oriental national movements.

The error lies precisely in the insufficient knowledge of the inner developments, which require intimate familiarity with the world of thought of the peoples involved. We must record the fact that the Turkish national movement used its reflection on Turkism and its simultaneous reopening of religious problems to emancipate itself from Islam to an extent not previously expected and to break away from the community of Islamic peoples, while the Arab national movement, in sharp contrast to the Turkish, directly linked its national rebirth with the revival of its own distinctive religion. In this way the Arabic-speaking