Je nach Beruf, Wohnsitz und Zufall verteilten sich Mitglieder der gleichen führenden Familien Nordarabiens auf die verschiedenen Organisationen. In der Offiziersvereinigung überwog das irakische Element, das in der Armee verhältnismässig stark vertreten war, im Jungen Arabien die europäisch gebildete Jugend, in der Partei für Dezentralisierung die Vertreter der neuen arabischen Bildung. Ein wichtiges Mitglied dieser Partei war Sayyid Mohammed Raschid Rida, der Herausgeber der im ganzen islamischen Orient hoch angesehenen Zeitschrift „Al Manar" („Das Minarett"). Sayyid Mohammed Raschid Rida, ein Araber aus der syrischen Stadt Tarabulus, war der bedeutendste Schüler Dschamal Ud-Dins und Mohammed Abduhs, der im Jahre 1905 nach einem wirkungsreichen Leben gestorben war. In der Dezentralisierungspartei war er der Vertreter des modernen Islam, der seine Kraft aus der „Arabiya", der neubelebten arabischen Kultur schöpfte. Durch ihn verband sich die arabische Nationalbewegung mit dem grossen lebenden Strom des verjüngten und regenerierten Islam.
Die Namen der führenden Mitglieder dieser Vereinigungen beweisen, dass eigentlich alle führenden Familien Nordarabiens, aus allen Städten und Landschaften, und die führenden Köpfe der jungen Intelligenz in ihnen vertreten waren. Vor Beginn des Krieges von 1914/18 war die arabische Nationalbewegung bereits eine vollendete Tatsache.
Selbst die arabische Halbinsel, die von den Strömungen des Modernismus nicht berührt worden war, nahm an dieser Entwicklung teil. Hier lag die Führung in der Hand der arabischen Fürsten, die sich von altersher eine gewisse Selbständigkeit bewahrt hatten. Im