Hedschas sass der Scherif und spätere König Hussein und arbeitete auf eine Verselbständigung seines Landes und die Entfachung einer umfassenden arabischen Nationalbewegung hin, an der seine Dynastie massgeblich beteiligt sein sollte. Durch seine Söhne, insbesondere Faissal, der in Damaskus Mitglied des „Bundes" und der „Jungen Arabien" wurde, gewann er die Verbindung zu den Kreisen der nordarabischen Nationalbewegung. In Mittelarabien hatte Ibn Raschid eine grosse Zusammenfassung der Stämme erreicht, die ihrerseits ein Anzeichen für die staatsbildenden Pläne der arabischen Beduinen war, obwohl Ibn Raschid aus Gründen der Rivalität zu den anderen Fürsten für die Türken Partei nahm. Im Osten der Halbinsel entwickelte sich das neue wahhabitische Reich Ibn Sauds, das später den Staat Ibn Raschids, den Hedschas und das anschliessende Asir überwinden sollte.
Hier bildete sich eine neue, damals in ihrer Tragweite kaum erkannte Macht, die — von ganz anderen Ausgangspunkten her als die Reformen Mohammed-Abduhs und der Azhar-Universität - zu einer Reinigung und Wiederbelebung des Islam führte und ganz überraschende Berührungspunkte mit dem „liberalen", modernisierten Islam aufweist, so puritanisch auch ihre Herkunft ist. Diese neue Macht war die wahhabitische Form des Islam, die schon einmal, im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts, den grössten Teil der arabischen Halbinsel politisch beherrscht hatte, aber damals Mohammed Ali, dem neuen Mann Ägyptens, militärisch unterlegen war. Diesmal rief der Wahhabismus bei den führenden Männern einer Anpassung des Islam an die Zeitverhältnisse, so bei Mohammed Raschid Rida,