Von 1047 bis 1187 war die Stadt wieder in christlichen Händen, dann von 1229 mit Unterbrechungen bis nach 1244 infolge des Vertrages, den Friedrich II. mit dem Sultan Al-Kami geschlossen hatte. Im Jahre 1517 kam Jerusalem in den Besitz der osmanischen Türken und blieb bis zum Ende des Weltkrieges in ihrer Hand. Während dieser ganzen Zeit blieb Jerusalem die heilige Stadt dreier Religionen. Zahllose Christen pilgerten im Laufe der Jahrhunderte zu ihren heiligen Stätten, die Juden kamen zur „Klagemauer", den angeblichen Resten des salomonischen Tempels, die in die Mauer der Entferntesten Moschee eingebaut waren, und die Moslems beteten innerhalb des Haram, der den Felsendom und die Entfernteste Moschee umfasst.
Jedes Gotteshaus Jerusalems, jede Moschee, Kirche oder Kapelle trug die Spuren einer ehrwürdigen und heiligen Vergangenheit, war umsponnen von den Traditionen und Legenden dieser drei Religionen. Wer in dieser Stadt lebte, konnte sich unmöglich der Atmosphäre entziehen, die von den heiligen Plätzen ausging.
Es sei ausgesprochen, dass die Moslems unter den Vertretern der drei Religionen auf diesem von Heiligkeit und Frömmigkeit getränkten Platz, trotz des allmählichen Niedergangs ihres Reiches, den würdigsten Eindruck hinterliessen. Die Juden lamentierten an der Klagemauer über ihr längst entschwundenes Zion, die Christen zankten sich — nach übereinstimmendem Zeugnis vieler christlicher Reisender — um den Vortritt der einzelnen Konfessionen.
So erhielt sich in den Arabern Jerusalems und Palästinas fortdauernd das Bewusstsein einer wenigstens inneren Überlegenheit, einer höheren Glaubensform, die