sie befähigen musste, zur gegebenen Zeit auch die äussere Überlegenheit wieder herzustellen.
Wenig Grund lag für sie vor, an dem Wiederaufstieg des Islam und seiner Araber zu zweifeln.
Unter den vielfältigen Bewohnern Jerusalems waren die Araber das dauernde und sesshafte Element. Das palästinensische Land ringsum war von arabischen Bauern besiedelt, in der Stadt selber waren sie die Träger der beherrschenden Kultur. Die türkischen Verwaltungsbeamten, oft ihrer Herkunft nach ebenfalls Araber, kamen und gingen. Die bestimmenden Männer der Stadt waren die Ältesten der edelsten arabischen Familien, die seit Jahrhunderten hier ansässig waren.
Sie hielten auch die wichtigsten Ämter in der Hand, die Muftis, Kadis und Imame kamen aus ihren Reihen. Das grösste Ansehen besass die grosse und wohlhabende Sippe Al-Husseini, nach arabischem Brauch nicht nur eine vereinzelte Familie, sondern mit all ihren Sippenzweigen einen ganzen Stamm bildend und sich als zusammengehörig fühlend. Als Abkömmlinge Mohammeds, aus der Ehe seiner Tochter Fatima mit seinem Vetter Ali, gehörten sie, wie der ihren Namen vorgesetzte Titel Sayyid besagt, zu jenen Geschlechtern, die als besonders edel angesehen werden und ein natürliches Vorrecht auf alle religiösen Ämter besitzen.* Es gehörte zu den Gepflogenheiten dieser Familien, ständig einige ihrer Mitglieder die Religionswissenschaften studieren zu lassen, damit sie auch sachlich zur Übernahme dieser Ämter befähigt waren. In Jerusalem war es seit Jahrhunderten üblich geworden, das Amt des Grossmufti in die Hände eines Gliedes der Familie Al-Husseini zu geben. Seiner Natur nach ist dieses Amt