Amin Al-Husseini:
Grossmufti von Palästina

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nicht erblich, und es wurde auch niemals einem bestimmten, in irgendeinem Erbgange bestimmbaren Mitgliede dieser Familie weitervererbt, aber es war fast selbstverständlich, dass in der edelsten Familie der Stadt auch immer der rechte Mann vorhanden war, der die langwierige und schwierige Vorbildung für dieses Amt erworben hatte, zu der gewöhnlich ein jahrelanger Besuch der Azhar-Universität in Kairo als notwendig erachtet wurde. So war der Brauch, das Amt einem Husseini zu geben, ein ungeschriebenes und stillschweigendes Gesetz geworden.

Ein Mufti ist ein islamischer Rechtsgelehrter, der die Befugnis besitzt, Fatwas oder gesetzlich wirksame Auskünfte zu erteilen. Die Stellung des Mufti ergibt sich aus der eigenartigen Verbindung der islamischen Religion mit dem öffentlichen und privaten Recht. Die Rechtsentscheidungen des Mufti galten für die Gerichte wie für Privatpersonen und übten daher einen tiefgehenden Einfluss auf das gesamte, von der Religion her geordnete Leben der Moslems aus. Im osmanischen Reich galt die hanafitische Rechtsschule als offiziell; die Regierung setzte in allen ihr unmittelbar unterstehenden Gebieten Muftis dieser Rechtsschule ein, deren Entscheidungen dann amtlichen Charakter besassen, während die Muftis der drei anderen Rechtsschulen nur den privaten Bedürfnissen ihrer jeweiligen Anhänger entsprechen konnten. Da die Moslems Palästinas in ihrer Mehrheit der schafiitischen Rechtsschule angehörten, die auch in Aegypten besonders verbreitet ist, liegt die Vermutung nahe, dass die Funktion des hanafitischen Mufti mit dem Beginn der türkischen Herrschaft an die Familie Al-Husseini fiel, die dieser Rechtsschule anhing.

English
translation

was not hereditary, and it was never passed on to a particular member of this family who could be identified through any line of succession. It was almost self-evident, however, that in the city’s noblest family there would always be the right man who had acquired the lengthy and difficult preparation for this office, for which a years-long attendance at al-Azhar University in Cairo was usually considered necessary. Thus, the custom of giving the office to a Husseini became an unwritten and tacit law.

A mufti is an Islamic legal scholar who has the authority to issue fatwas, or legally effective opinions. The position of the mufti arises from the distinctive connection between the Islamic religion and public and private law. The mufti’s legal decisions applied both to courts and to private persons and therefore exerted a profound influence on the whole of Muslim life as ordered by religion. In the Ottoman Empire, the Hanafi school of law was considered official. The government appointed muftis of this school in all territories directly under its authority, and their decisions consequently possessed official force, while the muftis of the three other schools of law could serve only the private needs of their respective followers. Since the Muslims of Palestine belonged in their majority to the Shafi‘i school of law, which was also particularly widespread in Egypt, it is reasonable to assume that, with the beginning of Turkish rule, the function of the Hanafi mufti fell to the Al-Husseini family, which adhered to this school of law.