verfolgt, hatte doch der Zufall der politischen Entwicklung in diesem Falle einen Araber an die Spitze eines arabischen Landes gestellt. Enver Pascha selber hatte der Begabung und der militärischen Tüchtigkeit seines Vertreters und der hinter ihm stehenden arabischen Bevölkerung hohe Anerkennung gezollt. Als Aziz Ali im Sommer 1913 nach Konstantinopel zurückkehrte, hinterliess er ein kämpfendes Libyen, das bekanntlich seinen Widerstand fortsetzte, bis erst das faschistische Italien die libysche Frage zu lösen verstand. Was konnte jetzt Enver Pascha veranlassen, gegen diesen verdienten Offizier und Patrioten — Patrioten auch im Sinne des Osmanischen Reiches — derartig vorzugehen? Durch die Presse liess die Regierung Andeutungen ausstreuen, dass der Prozess keinen politischen Charakter habe, sondern lediglich die Verwaltung der libyschen Fonds betreffe, bei denen Unregelmässigkeiten festgestellt worden seien. Wer die Verhältnisse nur ein wenig kannte, musste den Widersinn dieser böswilligen Gerüchte begreifen. Es war offensichtlich, dass sich der Schlag Enver Paschas gegen den arabischen Führer richten sollte, gegen den Mann, der erst vor kurzem die geheime arabische Offiziersvereinigung erneuert hatte.
Der ganzen arabisch sprechenden Welt bemächtigte sich eine ungeheure Erregung. Durch die arabische Presse, vor allem in Ägypten, ging ein Sturm der Entrüstung. In Kairo wurden Massenversammlungen abgehalten, und der Rektor der Azhar-Universität, an der zu dieser Zeit Amin Al-Husseini seinen Studien oblag, bildete ein Komitee, das sich für die Rettung Aziz Alis einsetzte, der zwar zum Tode verurteilt, unter dem Druck der öffentlichen Meinung der arabischen Länder jedoch