worden sei. Amin Al-Husseini antwortete ruhig: „Nein, Herr Präsident, ich bin nicht zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden, sondern zu zehn Jahren. Aber hier, nur etwa hundert Meter von dieser Stelle, haben die Römer vor 1930 Jahren dank dem Einfluss und den Intrigen der Juden einen Mann zum Tode verurteilt, dessen Unschuld auch ihnen bekannt sein dürfte, nämlich Christus. Es gereicht mir daher zur Ehre, wenn die Engländer, wiederum von Juden beeinflusst, mich zu etwas weniger als dem Tod, zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt haben."
Der Rechtsanwalt dürfte seinen so klug berechneten Vorstoss bereut haben.
Die Amnestie der Engländer sollte nur einen Zweck haben, nämlich die Araber zur Bildung einer Regierung zu veranlassen, die das Gegenstück zur Regierung der jüdischen Heimstätte bilden und die gleich dieser den Mandatsbehörden untergeordnet sein sollte. Eine solche arabische Regierung hätte die — mindestens faktische — Anerkennung des Mandates wie auch der zionistischen Heimstätte bedeutet. Das wussten die Araber und sie weigerten sich deshalb, den englischen Wünschen nachzugeben.
Da aber schliesslich irgendein Mittel gefunden werden musste, um die Mandatsbehörden und die arabische Bevölkerung in Beziehungen zu setzen, wurden die Engländer genötigt, einen sehr gefährlichen Weg zu gehen. Sie benutzten die religiösen Institutionen, um ihnen einen Teil der Aufgaben aufzubürden, der unter normalen Verhältnissen einer Regierung zukommt. Das war zwar in dem Statut dieser Institutionen nicht vorgesehen, aber es ergab sich zwangsläufig und nicht ungewollt