aus der Tatsache, dass mangels einer ordentlichen Volksvertretung oder einer Regierung jede repräsentative islamische Körperschaft als Vertretung der Bevölkerung angesehen werden musste. Als daher die Engländer einen „Obersten Islamischen Rat" ins Leben gerufen hatten, der formell nur die heiligen Stätten, die frommen Stiftungen und Einrichtungen und die religiösen Angelegenheiten zu verwalten hatte, fiel dieser Körperschaft von selbst die politische Vertretung der arabischen Bevölkerung Palästinas zu. Die Bedeutung des Rates musste aber über die Grenzen Palästinas hinauswachsen, da er außerdem eine einzigartige religiöse Stellung innehatte. Als Verwalter der heiligen Stätten handelte er im Auftrag der ganzen islamischen Welt und war ihr gegenüber andererseits auch zur Verantwortung verpflichtet. Die Abschaffung des Khalifats durch die türkische Republik und die Besetzung Mekkas und Medinas durch die Wahhabiten, die von vielen Moslems nicht als völlig rechtgläubig angesehen wurden, erhob Jerusalem in den Stand einer einzigartigen Metropole des Islam. Das Schicksal Palästinas war nicht mehr eine rein arabische Angelegenheit, sondern ging die ganze islamische Welt an, musste sie angehen, wenn die Männer des Obersten Islamischen Rates ihr Amt richtig verstanden.
An der Spitze des Rates sollte der Grossmufti stehen, dessen Platz nach dem Tode Kamil Al-Husseinis ohnehin frei war. Es stand ausser Diskussion, dass das Amt wieder mit einem Mitglied der einflussreichsten und angesehensten Familie besetzt werden musste, wenn es überhaupt einen Sinn haben sollte. Als Oberhaupt der Familie galt damals der greise Mussa Kazim Pascha. Er war ein in türkischer Zeit bewährter Verwaltungsbeamter,