DIE JUDEN
Der Zionismus der Juden wird aus verschiedenen Quellen gespeist.
Die eine, ältere Form geht auf den „wahren" Sozialisten Moses Hess und auf Perez Smolensky zurück. Praktische Bedeutung gewann die zionistische Idee erst durch Männer wie Theodor Herzl und Achad Haam, die auf diese Weise die europäische Judenfrage zu lösen gedachten und zweifellos von bestem Willen beseelt waren. Weniger kann den betriebsamen Gründern der zionistischen Organisationen, die sich bald in reicher Zahl mit guten Posten ausstatteten, die reine Absicht unterstellt werden. Vor und nach dem ersten Weltkrieg hatte der zionistische Betrieb vielfach den Charakter eines rührigen Auswanderergeschäftes angenommen.
Es waren die geschäftstüchtigen Organisatoren des Zionismus, die dann auch die politischen Möglichkeiten dieses Geschäftes erkannten und auf diesem Umwege auch die Unterstützung der einflussreichen und wohlhabenden Judenschaft gewannen, die ursprünglich die Idee, ihre Villen in New York, London, Paris oder Berlin gegen einen fragwürdigen Wohnsitz in Palästina zu vertauschen, nur als Zumutung empfunden hatte.
Theodor Herzl hatte für „das Volk ohne Land ein Land ohne Volk" verlangt. Ihm und seinen Nachfolgern war eigentümlich, die Tatsache übersehen, dass Palästina alles andere als ein Land ohne Volk war. „Die Kunde, dass das Land nicht völlig wüst und öde war,