dass seit dreizehn Jahrhunderten Araber dort lebten, eine vielleicht ebenso lange Zeit, wie das jüdische Volk dort gelebt hatte, dass diese Araber mit denen der umliegenden Länder ein Volk bildeten, war kaum in das jüdische Bewusstsein gedrungen.... Die zionistischen Führer selbst hatten zum Teil von der geänderten Realität des neuen Orients keine Vorstellung," schreibt der Zionist Hans Kohn. Es muss hinzugesetzt werden, dass sich mindestens die Führer des modernen Zionismus absichtlich und wider besseres Wissen dieser Erkenntnis verschlossen, denn schon 1891 hatte Achad Haam die prophetischen Worte geschrieben: „Wir im Ausland pflegen zu glauben, dass Palästina heute fast ganz wüstes, unbebautes Ödland ist und jeder, der dort Grund und Boden kaufen will, dies nach Herzenswunsch tun kann. Dem ist aber in Wirklichkeit nicht so. Es ist schwer, im ganzen Lande unbebauten Ackerboden zu finden.... Wir im Ausland pflegen zu glauben, dass die Araber alle Wilde seien, die auf tierischer Stufe stehen und für das, was um sie her vorgeht, keinen Blick haben. Das ist aber ein grosser Irrtum. Die Araber und besonders die Städter durchschauen unsere Tätigkeit im Lande und deren Zweck, schweigen aber und lassen sich nichts anmerken, weil sie in unserem Tun vorläufig keine Gefahr für ihre Zukunft sehen. Wenn aber einmal die Zeit kommen wird, wo sich das Leben unseres Volkes in Palästina so weit entwickelt hat, dass sich die Landesbevölkerung mehr oder weniger beengt fühlt, dann wird sie uns auch nicht leichthin ihren Platz räumen."
Mit der Einrichtung der jüdischen Heimstätte war dieser Augenblick gekommen. Es bleibt das Verdienst des Grossmufti, diese Gefahr rechtzeitig erkannt und