Verwirklichung der zionistischen Absichten nicht nur die palästinensischen, sondern alle Araber und darüber hinaus alle Moslems zu unversöhnlichen Feinden des britischen Imperiums machen würde. Indem der Grossmufti diese Linie unbeirrt verfolgte, zwang er die Engländer zu jener halben Politik, die den schliesslichen Zusammenbruch des ganzen zionistischen Abenteuers in sich schliesst.
In den ersten Jahren hielt sich die jüdische Einwanderung nach Palästina in verhältnismässig engen Grenzen. In der Zeit von 1920 bis 1930 wird der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung Palästinas auf 112.000 Personen geschätzt. Für die Bodenverknappung hatte auch diese Einwanderungsziffer schon ihre Bedeutung, denn gleichzeitig war die arabische Bevölkerung durch Geburtenzuwachs stärker gestiegen als der jüdische Bevölkerungsanteil. Die Gesamtbevölkerung Palästinas war in diesem Zeitabschnitt von 703.000 auf 960.000 Seelen gestiegen. Dabei hatten sich die Araber von 635.000 auf 779.000 Seelen, also um 144.000 Seelen vermehrt, während die Zahl der Juden von 61.000 auf 172.000 gestiegen war. Mit Ausnahme des Jahres 1925, in dem die Einwanderung 33.801 betrug, wanderten alljährlich nur durchschnittlich 9.000 Juden ein. Dann aber änderte sich das Bild. Im Jahre 1933 kamen 30.000, im Jahre 1934 weitere 42.000 und im Jahre 1935 sogar 72.000 jüdische Einwanderer nach Palästina. Dazu kam eine unbekannte Zahl von illegalen Einwanderern, die ohne Genehmigung der Mandatsverwaltung ins Land strömten.
Das Kräfteverhältnis zwischen Arabern und Juden gestaltete sich entsprechend: bei einer Gesamtbevölkerung von 1.336.000 Seelen standen im Jahre 1936 den 848.000